Logo-Sibirien

© Veronika Moos, 2009
All rights reserved

Definitionen
Definitions

“Shibori” - Eine historische Technik und zeitgenössische künstlerische Strategie. 

Shibori ist die japanische Bezeichnung für ein spezielles Reserveverfahren.

Das historisch weltweit verbreitete Shiborihandwerk wird in jüngster Zeit von Designern, Textilforschern und Künstlern wiederentdeckt und in Kombination mit neuen Technologien kommt es zu unterschiedlichen Übertragungen und Neuinterpretationen.
Das Grundprinzip der Technik besteht aus Abbinden, Stauchen und Quetschen des Stoffes, wodurch ein Eindringen der Farbe auf der Tuchfläche reduziert wird. Es entsteht eine farbige Musterung.
Exemplarische Grundelemente von Shibori und Musterbeispiele siehe: Galerie: Shibori pattern

Zugleich lässt das Zusammenbinden und Verknoten des Stoffes Reliefs und plastische Formen entstehen. Dieser Fokus auf die Shiboritechnik öffnet Perspektiven für die Übersetzungen in zeitgenössische künstlerische Strategien und übergeordnete Zusammenhänge. Hier steht weniger das traditionelle Resultat eines gemusterten Tuches im Vordergrund, als vielmehr materialspezifische Eigenschaften und Anmutungen des ungeöffneten und/oder ungefärbten Tuches, das Gestalt annimmt und Raum bildet.
Exemplarische Beispiele siehe: Galerie: Shibori related shape

Weiche tektonische Skulpturen und raumgreifende Visionen transportieren und transformieren je nach kulturellem und konzeptionellem Zusammenhang Vertrautes und erschliessen neue ästhetische Erfahrungsräume.

 

Meine künstlerische Strategie:
Binden und Lösen.
Stoff ist ein weiches Material, eine Haut, in die man sich einwickeln kann, die anschmiegsam ist undIn Karachi die meinen Bewegungen folgt.
Dieses flexible Material nehme ich in die Hand und werde dabei energisch, es wird gedreht, gezwirnt, gefältet, gerafft, gestaucht und gequetscht.
Damit dies Geformte sich nicht wieder öffnet und eine neue Gestalt annimmt, wird es fixiert, beispielsweise presse ich es mit Faden oder Draht ab, arbeite Metallstifte ein oder verfestige es mit Wachs.
Stofflichkeit, Plastizität und haptische Reize fügen sich im gestalterischen Prozess zu einem eigenen tektonischen System, bei dem trotz aller strukturierender Bearbeitung und Einbindung die Beweglichkeit und die zufällige Formveränderung des verarbeiteten Materials erhalten bleibt und zu einer eigenen Rhythmisierung führt, die zugleich Gedanken und Erinnerungen einen Ort geben.

Shiboritechniken - BegriffeLichthuelle

Shibori: (japanisch) wringen, pressen, auspressen

Plangi: (indonesisch) Regenbogen, bunt

Tritik: (indonesisch) Tik bedeutet Tupfen,
 
Tie and dye: (englisch) binden und färben

Shaped-resist-dyeing

Shibori - Historische Verbreitung

Ostasien: Indien, Pakistan, China, Tibet, JapanTokyo

Südostasien: Philippinen, Indonesien, Sumatra, Java, Bali

Mittlerer Osten: Irak, Iran

Afrika: Nigeria, Ghana, Mali, Tunesien, Libyen, Marokko

Mittel-, Südamerika: Mexiko, Argentinien, Peru

Europa: Ungarn, Tschechien, Slowakei, Dänemark, Schweden